Lavendelöl: Sorten, Herkunft und Anwendung im Überblick
Lavendel ist das meistverkaufte ätherische Öl überhaupt – und gleichzeitig das, bei dem am häufigsten etwas anderes in der Flasche ist, als man erwartet. Dieser Überblick sortiert die Sorten, die Herkunft und die Anwendung.
Drei Lavendel, die gerne verwechselt werden
| Art | Botanisch | Duft | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Echter Lavendel | Lavandula angustifolia | weich, blumig, leicht krautig | wächst in Höhenlagen, geringer Ertrag |
| Lavandin | Lavandula x intermedia | frischer, schärfer, campherartig | Kreuzung, deutlich ertragreicher |
| Speiklavendel | Lavandula latifolia | kräftig, eukalyptusartig | höchster Campheranteil |
Alle drei dürfen im Handel „Lavendelöl" heißen. Wenn auf einer Flasche nur „Lavendel" steht und sonst nichts, ist Lavandin die wahrscheinlichste Variante – er ist in der Produktion ein Vielfaches günstiger. Unser Lavendelöl ist Lavandula angustifolia, der Name steht auf jedem Etikett.
Woher gutes Lavendelöl kommt
Die klassischen Herkunftsländer sind Frankreich und Bulgarien, dazu kommen Anbaugebiete in Osteuropa. Entscheidend ist weniger das Land als die Höhenlage: Echter Lavendel bildet weiter oben weniger Campher und mehr der weichen, blumigen Komponenten aus. Deshalb riecht Lavendel aus Berglagen runder als solcher aus dem Flachland.
Wie Lavendelöl riecht
Der typische Eindruck ist blumig mit einer leicht krautigen, fast heuartigen Basis. Lavendel ist eine Herznote: Er braucht ein paar Minuten, bis er sich voll entfaltet, trägt dafür aber mehrere Stunden. Frisch destilliertes Öl wirkt oft etwas schärfer und rundet sich in den ersten Monaten ab.
Anwendung und Dosierung
- Diffuser: 3 bis 5 Tropfen auf 150 bis 200 ml Wasser. Lavendel ist ergiebig, mehr wird schnell zu viel.
- Duftkissen: ein Tropfen auf ein Stofftüchlein, nicht direkt auf den Bezug – ätherische Öle können Flecken hinterlassen.
- Badezusatz: niemals pur ins Wasser. Erst in Sahne, Honig oder einem Basisöl emulgieren, dann zugeben.
- DIY-Kosmetik: übliche Verdünnung liegt bei 1 bis 2 %, also rund 10 bis 20 Tropfen auf 50 ml Trägeröl.
- Sauna: verdünnt ins Aufgusswasser, nie unverdünnt auf die Steine.
Womit sich Lavendel gut kombinieren lässt
Lavendel ist einer der verträglichsten Mischpartner überhaupt. Bewährt haben sich:
- mit Zitrone und Orange für eine helle, weiche Raumnote – fertig gemischt als Sonnenruhe
- mit Zedernholz oder Zirbelkiefer für eine ruhige, holzige Richtung
- mit Pfefferminz für einen klaren, frischen Kontrast
Haltbarkeit
Kühl, dunkel und dicht verschlossen gelagert bleibt Lavendelöl rund drei bis vier Jahre stabil – länger als Zitrusöle, kürzer als Holzöle. Wird der Duft flüchtig scharf oder erinnert an Lack, hat das Öl Sauerstoff gezogen.
Häufige Fragen
Ist Lavandin schlechter als echter Lavendel?
Nicht schlechter, aber anders. Lavandin riecht frischer und schärfer und eignet sich gut für Reinigungsmischungen und Raumsprays. Für eine weiche, blumige Note ist echter Lavendel die richtige Wahl. Problematisch ist nur, wenn Lavandin als echter Lavendel verkauft wird.
Warum riecht mein Lavendelöl anders als beim letzten Mal?
Weil es ein Naturprodukt ist. Erntejahr, Witterung und Höhenlage verschieben das Duftprofil leicht. Größere Abweichungen lassen sich über die Chargennummer zurückverfolgen.
Kann ich Lavendelöl pur auf die Haut geben?
Wir empfehlen das nicht. Ätherische Öle gehören verdünnt auf die Haut, auch die verträglichen.
Wie viele Tropfen sind ein Milliliter?
Je nach Viskosität etwa 20 bis 30. Bei 10 ml kommst du also auf rund 200 bis 300 Tropfen – das reicht für viele Wochen Diffuser.
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