Hautpflege & Massage
Ätherische Öle sind hochkonzentriert und gehören nie unverdünnt auf die Haut. Was du dafür brauchst, ist ein Trägeröl.
Die Wahl des Trägers entscheidet über Konsistenz, Einziehverhalten und Haltbarkeit der fertigen Mischung mindestens so stark wie das ätherische Öl selbst. Hier findest du beides plus die Verhältnisse, mit denen du arbeiten kannst.
Wie viele Tropfen auf wie viel Trägeröl?
Ein Tropfen entspricht etwa 0,05 ml. Daraus ergeben sich diese Richtwerte:
- 1 % – Gesicht, empfindliche Haut, Kinder ab 6: 3 Tropfen auf 10 ml, 15 auf 50 ml, 30 auf 100 ml
- 2 % – Körper, tägliche Anwendung: 6 Tropfen auf 10 ml, 30 auf 50 ml, 60 auf 100 ml
- 3 % – Massage, punktuell: 9 Tropfen auf 10 ml, 45 auf 50 ml, 90 auf 100 ml
- 5 % – kurzzeitig, kleine Flächen: 15 Tropfen auf 10 ml, 75 auf 50 ml, 150 auf 100 ml
Über 5 % geht man in der Regel nicht. Mehr ätherisches Öl bedeutet nicht mehr Duft im Ergebnis, sondern nur eine niedrigere Reizschwelle.
Vier Punkte vor dem ersten Mischen
Verträglichkeitstest. Einen Tropfen der fertigen Mischung in die Armbeuge, 24 Stunden abwarten. Das gilt bei jedem neuen ätherischen Öl.
Zitrusöle und Sonne. Kaltgepresste Zitrusöle enthalten Furocumarine und sind phototoxisch. Nach dem Auftragen zwölf Stunden nicht in direkte Sonne.
Nicht in die Augen, nicht auf Schleimhäute. Falls doch: mit Trägeröl abnehmen, nicht mit Wasser – ätherische Öle sind nicht wasserlöslich.
Schwangerschaft, Kleinkinder, Vorerkrankungen. Hier gelten andere Regeln, als wir sie hier abbilden können. Bitte vorab ärztlich abklären.
Die vier Trägeröle im Vergleich
- Mandelöl – leicht, zieht mittelschnell ein, etwa 12 Monate haltbar. Allrounder für Massage und große Flächen.
- Jojobaöl – leicht und wachsartig, zieht schnell ein, drei Jahre und mehr haltbar. Für Gesicht und langlebige Mischungen.
- Avocadoöl – schwer, zieht langsam ein. Als Anteilöl zu 10 bis 30 Prozent.
- Rizinusöl – sehr zäh. Nur als Anteil zu 5 bis 10 Prozent.
Allergiehinweis: Mandelöl stammt aus einer Schalenfrucht und ist ein kennzeichnungspflichtiges Allergen.
Welches ätherische Öl passt in eine Massagemischung?
Anders als beim Diffuser zählt hier nicht nur der Duft, sondern auch die Ergiebigkeit. Manche Öle sind so intensiv, dass ein Tropfen die ganze Mischung dominiert. Patchouli ist so ein Fall – erdig, schwer, extrem durchsetzungsfähig. Ein Tropfen auf 30 ml reicht als Basisnote. Ylang-Ylang verhält sich ähnlich.
Unkomplizierter sind die mittleren Noten. Lavendel ist der Klassiker, weil er sich mit fast allem verträgt. Ho-Holz geht in eine ähnliche Richtung, etwas weicher und holziger. Weihrauch bringt eine harzige Tiefe.
Bei den beiden teuersten Ölen lohnt der Blick auf die kleinen Gebinde: Römische Kamille und Rosenöl sind so intensiv, dass ein Tropfen auf 10 ml Trägeröl genügt.
Eine Mischung ansetzen
Nimm eine dunkle Glasflasche in der Größe, die du in ein paar Wochen aufbrauchst. Erst die ätherischen Öle hineingeben, dann mit dem Trägeröl auffüllen. Verschließen, kurz zwischen den Handflächen rollen statt zu schütteln. Beschriften mit Datum und Zusammensetzung.
Kleine Mengen sind besser als große. Eine 50-ml-Mischung auf Mandelölbasis ist nach drei Monaten am Ende ihrer Frische.
Häufige Fragen
Kann ich ätherische Öle pur auf die Haut auftragen?
Nein. Sie sind hochkonzentriert und können unverdünnt Hautreizungen und Sensibilisierungen auslösen. Immer mit einem Trägeröl mischen.
Welches Trägeröl ist das richtige?
Für Massage und große Flächen Mandelöl. Fürs Gesicht und für Mischungen, die länger halten sollen, Jojobaöl.
Wie lange hält eine selbst angesetzte Mischung?
So lange wie ihr kürzestes Trägeröl. Bei Mandel- oder Avocadobasis etwa drei bis sechs Monate, bei Jojoba deutlich länger.
Sind eure Basisöle Kosmetikprodukte?
Nein, wir führen sie als Rohstoffe zum Selbstmischen. Was du daraus machst, entscheidest du selbst.