Haushalt & Frische
Selbstgemachte Reiniger haben einen praktischen Vorteil, über den selten gesprochen wird: Man riecht, was man will.
Die Rezepte weiter unten sind alle mit Zutaten machbar, die im Supermarkt stehen – Wasser, Essig, Natron, Spülmittel. Dazu ein paar Tropfen Öl für den Duft.
Selbstgemachte Reiniger haben einen praktischen Vorteil, über den selten gesprochen wird: Man riecht, was man will. Konventionelle Produkte kommen mit einem Duft, den man mitkauft, ob er passt oder nicht – und der oft noch Stunden später in der Wohnung steht.
Die Rezepte unten sind alle mit Zutaten machbar, die im Supermarkt stehen: Wasser, Essig, Natron, Spülmittel. Dazu ein paar Tropfen Öl für den Duft.
Vier Rezepte
Wischwasser · 5 Liter
5 l warmes Wasser · 1 Spritzer Spülmittel · 8 Tropfen Zitrone oder Litsea Cubeba
Das Spülmittel ist hier kein Reinigungszusatz, sondern der Emulgator – ohne ihn schwimmt das Öl obenauf und verteilt sich nicht. Erst Öl und Spülmittel verrühren, dann das Wasser dazu. Nicht auf geölten oder gewachsten Holzböden und nicht auf Naturstein.
Allzweckspray · 500 ml
250 ml Wasser · 250 ml Haushaltsessig · 15 Tropfen Minze oder Limette
In eine Sprühflasche, vor jedem Gebrauch schütteln. Für Küchenfronten, Fliesen und Glas. Nicht auf Marmor, Naturstein oder Kalkoberflächen – Essig greift diese an.
Wäscheduft · für eine Maschine
3 Tropfen Lavendel auf einen Wollball oder ein Baumwolltuch, mit in den Trockner. Nicht ins Weichspülerfach geben – dort wird das Öl direkt weggespült.
Schrankfrische
3 bis 5 Tropfen Zedernholz auf einen Duftstein oder ein Holzplättchen. Alle zwei bis drei Wochen nachlegen. Nie direkt auf Textilien – ätherische Öle hinterlassen Flecken.
Warum das Öl in Wasser nicht funktioniert
Der häufigste Fehler beim Selbermischen: ätherisches Öl direkt ins Wasser geben. Öl und Wasser mischen sich nicht – die Tropfen schwimmen als Film obenauf, landen konzentriert auf dem ersten Lappen, der eintaucht, und der Rest des Eimers bleibt geruchsneutral.
Deshalb braucht jedes wasserbasierte Rezept einen Emulgator. Im Haushalt ist das Spülmittel: ein Spritzer reicht, um die Öltröpfchen fein zu verteilen. Bei Essigrezepten übernimmt der Alkoholanteil einen Teil dieser Aufgabe, ein Schütteln vor Gebrauch bleibt trotzdem nötig.
Welche Öle sich lohnen – und welche nicht
Für den Haushalt zählt Ergiebigkeit mehr als bei jeder anderen Anwendung. Bei 8 Tropfen pro Eimer ist ein 10-ml-Fläschchen nach etwa 25 Anwendungen leer. Deshalb sind hier die großen Gebinde die richtige Wahl.
Litsea Cubeba ist der Preis-Leistungs-Sieger dieser Kategorie: zitronig wie Zitronenöl, aber im Litergebinde deutlich günstiger und ohne die Phototoxizität kaltgepresster Zitrusöle. Wer nur ein Öl für den Haushalt kauft, nimmt dieses.
Nicht empfehlenswert sind hier die teuren und die schweren Öle. Rosen-, Kamillen- oder Weihrauchöl im Wischwasser ist Verschwendung, würzige Öle wie Nelke und Zimt hinterlassen einen Geruch, den man in der Küche selten will.
Materialien, bei denen Vorsicht gilt
Ätherische Öle sind Lösungsmittel. Sie greifen manche Kunststoffe, Lacke und behandelte Oberflächen an – nicht dramatisch, aber sichtbar. Sprühflaschen aus PET halten Essiglösungen mit Öl in der Regel ein paar Monate aus, danach werden sie milchig. Glas oder HDPE hält länger.
Bei Naturstein, Marmor, geöltem Holz und Kork gilt: erst an unauffälliger Stelle testen. Und Essigrezepte gehören grundsätzlich nicht auf kalkhaltige Oberflächen.
Häufige Fragen
Warum verteilt sich das Öl nicht im Wischwasser?
Weil ätherische Öle nicht wasserlöslich sind. Es braucht einen Emulgator – ein Spritzer Spülmittel reicht. Öl und Spülmittel zuerst verrühren, dann das Wasser dazugeben.
Welches Öl ist für den Haushalt am wirtschaftlichsten?
Litsea Cubeba. Es riecht zitronig, ist im großen Gebinde deutlich günstiger als Zitronenöl und nicht phototoxisch.
Kann ich ätherische Öle ins Weichspülerfach geben?
Nein, dort werden sie sofort ausgespült. Besser: ein paar Tropfen auf einen Wollball im Trockner oder auf ein Tuch zwischen der trockenen Wäsche.
Greifen ätherische Öle Oberflächen an?
Manche schon. Sie wirken als Lösungsmittel auf einige Kunststoffe und Lacke. Bei Naturstein, Marmor, geöltem Holz und Kork vorher an unauffälliger Stelle testen.
Welche Flasche eignet sich für selbstgemachte Sprays?
Glas oder HDPE. PET wird mit Öl und Essig nach einigen Monaten milchig.