Dillöl: Dillkraut oder Dillsamen? Unterschiede, Duft und Anwendung
Dillöl ist nicht gleich Dillöl: Je nachdem, ob das Kraut oder die Samen destilliert werden, entsteht ein ganz anderer Duft. Dillkrautöl riecht frisch, grün und typisch nach Dill, Dillsamenöl dagegen würzig-markant mit Anklängen an Kümmel und Anis. In diesem Ratgeber vergleichen wir beide Öle – Herkunft, Duft, Anwendung und Sicherheit – damit du weißt, welches Dillöl zu dir passt.
Was ist Dillöl?
Dill gehört zur Familie der Doldenblütler, wie Fenchel, Kümmel und Sellerie. Seit der Antike wird er als Küchenkraut genutzt; im Volksmund heißt er wegen seiner Rolle beim Einlegen von Gurken auch „Gurkenkraut“. Als ätherisches Öl gibt es Dill in zwei Varianten, die sich in Pflanzenteil, Herkunft und botanischer Art unterscheiden:
Dillkrautöl
- Botanischer Name: Anethum graveolens
- Pflanzenteil: Kraut
- Gewinnung: Dampfdestillation
- Herkunft unseres Öls: Frankreich
Dillsamenöl
- Botanischer Name: Anethum sowa
- Pflanzenteil: Samen
- Gewinnung: Dampfdestillation
- Herkunft unseres Öls: Indien
Anethum sowa ist der sogenannte Indische Dill, eine eng mit dem europäischen Gartendill verwandte Form, die in Indien seit Langem als Gewürzpflanze angebaut wird. Seine Samen sind dort ein bekanntes Küchengewürz. Bei der Dampfdestillation strömt Wasserdampf durch das Pflanzenmaterial, nimmt die flüchtigen Duftstoffe auf und trennt sich nach dem Abkühlen wieder vom ätherischen Öl.
Der Duft: Dillkraut oder Dillsamen?
Der größte Unterschied zwischen den beiden Dillölen liegt im Duft:
Dillkrautöl duftet frisch, leicht und krautig, mit einem feinen, leicht süßlichen Unterton – genau so, wie frisch geschnittener Dill riecht. Es gehört zu den grün-krautigen Düften.
- Kopfnote: frisch, grün, hell
- Herznote: krautig, typischer Dillduft
- Basisnote: sanft, leicht süßlich
Dillsamenöl duftet klar, aromatisch und markant. Es erinnert an eine Mischung aus Anis, Kümmel und Dill und ist deutlich würziger als das Krautöl. Es gehört zu den würzig-krautigen Düften.
- Kopfnote: klar, frisch, leicht anisartig
- Herznote: würzig, kümmelartig
- Basisnote: warm, krautig
Kurz gesagt: Wer den „echten“ Dillduft sucht, greift zu Dillkrautöl. Wer würzige Samennoten wie Kümmelöl oder Fenchelöl mag, wird Dillsamenöl lieben.
Anwendungsideen für Dillöl
- Diffuser: 2–3 Tropfen Dillkrautöl oder 1–2 Tropfen Dillsamenöl auf 150–200 ml Wasser. Beide sind intensiv, also lieber sparsam beginnen. Mehr dazu im Ratgeber Ätherische Öle im Diffuser.
- Duftlampe: 1–3 Tropfen in die Wasserschale. Beide Öle sind entzündbar – nie direkt auf heiße Flächen geben, Duftlampe nicht unbeaufsichtigt lassen.
- Raumspray: Dillkrautöl bringt eine frische, grüne Note in selbst gemischte Raumsprays, Dillsamenöl eine würzige.
- DIY-Duftprojekte: Dillsamenöl eignet sich als naturreiner Duft für selbst gemachte Duftkerzen.
- Duftendes Massageöl: 2–3 Tropfen Dillöl auf 10 ml Trägeröl ergeben eine dezent duftende Massageölmischung – immer verdünnt und nach einem Hauttest.
Duftmischungen mit Dillöl
Alle Rezepte sind für einen Diffuser mit 150–200 ml Wasser gedacht:
1. Sommergarten (mit Dillkrautöl)
- 2 Tropfen Dillkrautöl
- 2 Tropfen Zitronenöl
- 1 Tropfen Limettenöl
2. Gewürzregal (mit Dillsamenöl)
- 1 Tropfen Dillsamenöl
- 1 Tropfen Kümmelöl
- 2 Tropfen Koriandersamenöl
3. Leichte Brise (mit Dillkrautöl)
- 1 Tropfen Dillkrautöl
- 2 Tropfen Bergamotteöl
- 1 Tropfen Lavendelöl
Tipp: Unsere fertige Mischung Sonnenruhe mit Lavendel, Zitrone und Orange bekommt mit einem Tropfen Dillkrautöl eine frische, grüne Facette.
Sicherheitshinweise
Beide Dillöle sind hochkonzentriert. Bitte beachte:
- Nie pur auf die Haut: Beide Öle verursachen unverdünnt Hautreizungen. Immer verdünnen – 2–3 Tropfen auf 10 ml Trägeröl, z. B. Mandelöl oder Jojobaöl.
- Hauttest: Dillkrautöl kann zudem allergische Hautreaktionen verursachen. Teste jede Mischung vorher in der Armbeuge.
- Nicht einnehmen: Dillkrautöl kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege lebensgefährlich sein. Bei Verschlucken sofort Giftinformationszentrum oder Arzt anrufen, kein Erbrechen herbeiführen.
- Entzündbar: Von Hitze, Funken und offenen Flammen fernhalten, in gut belüfteten Räumen verwenden.
- Kinder: Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Vor der Anwendung bitte eine Fachperson fragen.
- Haustiere: Vor allem Katzen reagieren empfindlich auf ätherische Öle – mehr in Ätherische Öle und Tiere.
- Umwelt: Dillkrautöl ist sehr giftig für Wasserorganismen – Reste bei einer Entsorgungsstelle abgeben.
Damit der Duft lange frisch bleibt: Ätherische Öle richtig lagern.
Dillöl kaufen: worauf achten?
Gerade bei Dillöl ist das Etikett entscheidend, denn „Dillöl“ allein verrät nicht, was in der Flasche ist:
- Botanischer Name: Anethum graveolens oder Anethum sowa – so erkennst du, welcher Dill verwendet wurde.
- Pflanzenteil: Kraut oder Samen? Diese Angabe entscheidet über den Duft.
- 100 % naturrein: ohne Zusätze, ohne synthetische Duftstoffe.
- Herkunft und Charge: Herkunftsland und Chargennummer auf dem Etikett.
- Braunglas: Lichtgeschützte Flasche mit Tropfer.
Mehr Kriterien findest du in Ätherische Öle kaufen: Woran du echte Qualität erkennst.
Unser Dillkrautöl ist 100 % naturrein, dampfdestilliert aus dem Kraut von Anethum graveolens aus Frankreich, in Deutschland handabgefüllt – erhältlich in 10 ml, 50 ml, 100 ml, 500 ml und 1000 ml. Unser Dillsamenöl ist 100 % naturrein, dampfdestilliert aus den Samen von Anethum sowa aus Indien, ebenfalls in Deutschland handabgefüllt – erhältlich in 10 ml, 50 ml, 100 ml und 500 ml. Beide kommen in der Braunglasflasche mit Tropfer.
Häufige Fragen zu Dillöl
Wie riecht Dillöl?
Dillkrautöl riecht frisch, krautig und leicht süßlich – wie frischer Dill. Dillsamenöl riecht würziger und markanter, mit Noten, die an Anis und Kümmel erinnern.
Welches Dillöl ist das richtige für mich?
Für frische, grüne Raumdüfte eignet sich Dillkrautöl. Für würzige Kompositionen mit Samenölen wie Kümmel oder Koriander ist Dillsamenöl die passende Wahl.
Kann man Dillöl zum Kochen verwenden?
Nein. Unsere ätherischen Dillöle sind für Raumduft und verdünnte äußerliche Anwendung bestimmt und nicht zum Verzehr geeignet. Für die Küche verwendest du frischen oder getrockneten Dill bzw. Dillsamen als Gewürz.
Wie viele Tropfen Dillöl gehören in den Diffuser?
2–3 Tropfen Dillkrautöl oder 1–2 Tropfen Dillsamenöl auf 150–200 ml Wasser.
Womit kann man Dillöl kombinieren?
Dillkrautöl harmoniert mit Zitrone, Limette, Bergamotte und Lavendel. Dillsamenöl passt gut zu Kümmel, Koriandersamen und Fenchel.
Kann man Dillkraut- und Dillsamenöl mischen?
Ja. Ein Tropfen Dillsamenöl verleiht Dillkrautöl mehr Würze und Tiefe – probiere es in kleinen Mengen aus.
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